Anfallstagebuch für den Hund: was du aufschreibst
Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und ersetzt nicht die Beratung durch deinen Tierarzt. Für deinen Hund ist dein Tierarzt immer die richtige Adresse.
Der erste Anfall ist ein Schock, und der zweite macht klar, dass ihr das jetzt eine Weile begleitet. Ein Anfallstagebuch ist das Werkzeug, mit dem du den Überblick behältst. Kurz gesagt notierst du nach jedem Anfall sechs Dinge: Datum und Uhrzeit, wie lange er gedauert hat, wie er aussah, was kurz davor war, wie die Erholung verlief und welche Medikamente du gegeben hast.
Unten gehen wir jeden Punkt einzeln durch, du erfährst, warum dein Tierarzt genau das braucht, und du bekommst eine Vorlage zum Ausdrucken. Das Ganze funktioniert für Hunde und Katzen gleich, geschrieben ist es hier für den Hund.
Du brauchst das Blatt sofort? Anfallstagebuch-Vorlage ausdrucken. Die sechs Spalten von unten sind schon vorgezeichnet, du kannst also ab dem nächsten Anfall loslegen.
Alle weiteren Blätter findest du auf der Seite Vorlagen zum Ausdrucken.
Warum dein Tierarzt nach einem Anfallstagebuch fragt
Dein Tierarzt sieht deinen Hund ein paar Minuten im Behandlungszimmer. Die Anfälle sieht er fast nie. Das Tagebuch ist das Fenster in die Wochen dazwischen, und aus diesem Fenster liest er Dinge ab, die über die Behandlung entscheiden.
- Wie oft die Anfälle kommen und ob sie häufiger werden.
- Wie sie ablaufen, denn manche Medikamente wirken bei bestimmten Anfallsarten besser.
- Ob eine neue Dosis oder ein neues Medikament wirklich etwas verändert hat.
- Ob sich Auslöser oder Muster zeigen, etwa immer zur gleichen Tageszeit.
Aus dem Gedächtnis geht das nicht. Nach dem dritten Anfall verschwimmen die ersten beiden, und „vielleicht letzten Monat, so zwei oder drei Mal“ hilft niemandem. Aufgeschrieben wird aus einem Gefühl eine Zahl, mit der ihr beide arbeiten könnt.
Was du nach einem Anfall aufschreibst
Das gehört in jeden Eintrag. Ganze Sätze sind nicht nötig, Stichworte reichen.
- Datum und Uhrzeit. Auch die Uhrzeit, denn so werden Muster über den Tag sichtbar.
- Dauer. Wie lange hat der Anfall gedauert, vom Beginn bis der Körper zur Ruhe kam. Schätz lieber, als gar nichts zu notieren, aber wenn möglich schau auf die Uhr.
- Wie er aussah. War dein Hund bei Bewusstsein oder weggetreten. Zuckte der ganze Körper oder nur eine Stelle. Speichelfluss, Zähneklappern, Beine rudernd, Blase oder Darm entleert.
- Was kurz davor war. Situation, Uhrzeit, Aufregung, Futter, Schlaf. Nicht jeder Anfall hat einen Auslöser, aber über Wochen zeigt sich manchmal etwas.
- Die Erholung. Wie lange war dein Hund danach verwirrt, wackelig, hungrig oder erschöpft. Diese Phase danach sagt oft genauso viel wie der Anfall selbst.
- Medikament und Dosis. Was hast du wann gegeben, und hast du eine reguläre Dosis ausgelassen oder hat dein Hund sie erbrochen.
Und wenn du kannst, mach ein kurzes Video. Ein Handyvideo von zwanzig Sekunden sagt deinem Tierarzt mehr als eine ganze Seite Beschreibung, weil er den Anfall dann selbst sieht.
Wann ein Anfall ein Notfall ist
Die meisten Anfälle sind nach ein bis zwei Minuten vorbei und kein Notfall, so erschreckend sie aussehen. In diesen Fällen aber rufst du sofort deinen Tierarzt oder eine Tierklinik an:
- Ein einzelner Anfall dauert länger als fünf Minuten.
- Mehrere Anfälle kommen kurz hintereinander (sogenannte Cluster-Anfälle).
- Dein Hund kommt zwischen zwei Anfällen nicht wieder richtig zu sich.
- Der erste Anfall überhaupt, oder dein Hund hat sich verletzt.
Ein Anfall, der nicht aufhört, ist ein Notfall, bei dem jede Minute zählt. Mehr dazu im Ratgeber Cluster-Anfälle beim Hund und in der Ersten Hilfe beim Anfall. In allen anderen Fällen ist das Tagebuch dein ruhiges Werkzeug für die Zeit danach.
Wie du dokumentierst, wenn gerade alles drunter und drüber geht
Während dein Hund krampft, denkst du nicht ans Protokoll, und das sollst du auch nicht. In dem Moment geht es nur um ihn: Ruhe bewahren, Gefahren wegräumen, nicht in die Nähe des Mauls greifen, wenn du kannst auf die Uhr schauen.
Das Aufschreiben kommt danach. Wenn du das Handy erreichst, film die letzten Sekunden, das genügt oft schon. Schreib direkt danach drei Stichworte auf, mehr nicht. Die Hälfte von dem, was du festhalten wolltest, fällt dir ohnehin erst am Abend wieder ein, und dann ergänzt du es in Ruhe. Ein lückenhafter Eintrag ist viel besser als gar keiner.
Wie lange du das Tagebuch führst
Am besten ab der Diagnose und dann dauerhaft. Besonders wichtig ist es rund um jede Änderung, ein neues Medikament, eine höhere Dosis, ein Wechsel des Präparats. Genau dann will dein Tierarzt sehen, ob sich die Anfälle verändern, und genau dann ist die Erinnerung am unzuverlässigsten.
Halte auch die ruhigen Wochen fest, in denen nichts passiert. Ein leerer Zeitraum ist keine verlorene Zeit im Tagebuch, sondern die Antwort auf die Frage, wie gut die Behandlung gerade wirkt. Bei Charly hat sich das Muster erst gezeigt, als wir drei Monate zusammenhängend auf Papier hatten.
Papier, Tabelle oder App?
Die ehrliche Antwort: Das beste Anfallstagebuch ist das, das du wirklich führst. Alle drei Wege funktionieren, sie haben nur unterschiedliche Stärken.
- Ein Notizbuch am Kühlschrank ist immer da, geht nie aus und braucht keinen Akku. Für viele ist das völlig genug. Unsere Vorlage zum Ausdrucken gibt dir die passenden Spalten vor.
- Eine Tabelle lässt sich leicht sortieren und mitnehmen, wenn du gern am Rechner arbeitest.
- Eine App kann dich an die Medikamente erinnern und deine Einträge für den Tierarzttermin an einem Ort sammeln.
Genau dafür ist Felova da, eine App, die dich an die Dosen erinnert und deine Notizen für den Tierarzt zusammenhält. Es gibt sie jetzt für Android. Wenn du lieber auf Papier bleibst, leistet ein Notizbuch am Kühlschrank dieselbe ehrliche Arbeit. Wichtig ist nur, dass du dranbleibst, egal auf welchem Weg.
Häufige Fragen
Was mache ich, wenn ich einen Anfall verpasst habe?
Trag ihn nach, sobald du ihn bemerkst, auch wenn nur Datum und ungefähre Uhrzeit sicher sind. Notiere dazu, dass du beim Anfang nicht dabei warst, damit dein Tierarzt die Angabe richtig einordnet. Ein unvollständiger Eintrag ist besser als eine Lücke.
Muss ich jeden Anfall filmen?
Nein. Kümmere dich zuerst um deinen Hund und seine Sicherheit. Nur wenn du sicher stehst und die Hände frei hast, hilft ein kurzes Video. Wenn kein Video möglich ist, reicht eine genaue Beschreibung.
Reicht ein einfaches Notizbuch?
Ja. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass jeder Anfall mit Datum, Uhrzeit, Dauer und Ablauf drinsteht. Ein Notizbuch, das du wirklich führst, schlägt jede App, die du nicht öffnest.
Felova macht genau diese Art von Dokumentation, ein ruhiger Ort, um Anfälle und Medikamente festzuhalten, damit das Bild da ist, wenn dein Tierarzt es braucht. Die App gibt es jetzt für Android.
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