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Hund trinkt viel: wie viel ist normal?

Vom Felova-Team · Zuletzt aktualisiert:

Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und ersetzt nicht die Beratung durch deinen Tierarzt. Für deinen Hund ist dein Tierarzt immer die richtige Adresse.

Der Wassernapf ist schon wieder leer, und du bist dir nicht sicher, ob das schon immer so war oder erst seit ein paar Wochen. Kurz gesagt: Ein gesunder Hund trinkt am Tag etwa 44 bis 66 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Ein 20-Kilo-Hund liegt also ungefähr bei 0,9 bis 1,3 Litern. Ab dauerhaft mehr als rund 100 Milliliter pro Kilogramm am Tag sprechen Tierärzte von vermehrtem Trinken, und das gehört abgeklärt.

Das Problem an dieser Frage ist fast immer dasselbe: Du hast das Gefühl, dass es mehr geworden ist, aber keine Zahl. Unten steht, wie du die Trinkmenge an ein paar Tagen sauber misst, wo die Grenze liegt, was dahinterstecken kann und was du beim Tierarzt damit anfängst. Eine Vorlage zum Ausdrucken gibt es auch. Für Katzen gelten andere Zahlen, die stehen weiter unten.

Wie viel sollte mein Hund am Tag trinken?

Der Merck Veterinary Manual nennt für gesunde Tiere einen Bedarf von 44 bis 66 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden. Auf Hunde umgerechnet, mit der Grenze, ab der dein Tierarzt davon wissen sollte:

Gewicht Übliche Trinkmenge am Tag Beim Tierarzt ansprechen ab
5 kg (kleiner Hund) 220 bis 330 ml mehr als 500 ml am Tag
10 kg 440 bis 660 ml mehr als 1 Liter am Tag
20 kg 0,9 bis 1,3 Liter mehr als 2 Liter am Tag
35 kg (großer Hund) 1,5 bis 2,3 Liter mehr als 3,5 Liter am Tag

Die rechte Spalte ist die 100-Milliliter-Grenze, die weiter unten erklärt wird, und keine Diagnose. Ein Hund kann in einer heißen Woche darüber liegen und völlig gesund sein, und ein Hund kann zu viel trinken, ohne sie je zu erreichen.

Diese Zahlen gelten für einen Hund, der Trockenfutter bekommt. Bei Nassfutter trinkt dein Hund oft auffällig wenig, und das ist völlig in Ordnung. Nassfutter besteht zu ungefähr drei Vierteln aus Wasser, dein Hund nimmt einen großen Teil seines Bedarfs also über den Napf mit dem Futter auf statt über den mit dem Wasser. Wer von Nass- auf Trockenfutter umstellt, sieht die Trinkmenge deshalb steigen, ohne dass irgendetwas krank ist.

Genauso normal sind einzelne Tage nach oben: Hitze, ein langer Spaziergang, Aufregung, ein salziger Kausnack oder eine Läufigkeit. Was zählt, ist nicht der eine Tag, sondern ob der Wert über eine Woche oben bleibt.

Ab wann ist es zu viel?

Die tierärztliche Grenze liegt bei etwa 100 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Bleibt dein Hund über mehrere Tage darüber, spricht man von Polydipsie, also vermehrtem Trinken. Für einen 20-Kilo-Hund sind das mehr als 2 Liter täglich, für einen 10-Kilo-Hund mehr als 1 Liter. Die Tierärztin Sarah M. Schmid formuliert es in Today's Veterinary Practice so:

„Polydipsie und Polyurie sind definiert als eine Wasseraufnahme von mehr als 100 ml/kg pro Tag beziehungsweise eine Urinausscheidung von mehr als 50 ml/kg pro Tag.“

Sarah M. Schmid, DVM, Today's Veterinary Practice (aus dem Englischen übersetzt)

Im selben Artikel steht aber auch der wichtige Zusatz, dass ein Tier klinisch polydipsisch sein kann, ohne diese Grenze zu überschreiten. Die Zahl ist also ein Anlass nachzufragen und kein Freibrief. Was dein Hund sonst trinkt, sagt mehr als der Wert aus dem Lehrbuch.

Genauso aussagekräftig ist die Veränderung. Ein Hund, der ein Jahr lang bei 700 ml lag und jetzt stabil bei 1,4 Litern liegt, hat sein Trinkverhalten verdoppelt, auch wenn er die 100-ml-Grenze nie reißt. Dieser Sprung ist ein Grund für einen Termin, und er fällt nur jemandem auf, der die Zahl von vorher hat.

Vermehrtes Trinken allein ist normalerweise kein Notfall. Es ist ein „miss es ein paar Tage und mach dann einen Termin“, kein Grund, nachts in die Klinik zu fahren. Ruf deinen Tierarzt trotzdem zeitnah an, wenn zusätzlich eines davon dazukommt:

Ruhig bleiben heißt nie, eine Gefahr kleinzureden. Diese Kombinationen sind der Unterschied zwischen „in den nächsten Tagen“ und „diese Woche noch“.

Wie du die Trinkmenge richtig misst

Du brauchst nur einen Messbecher und einen Zettel. Der ganze Trick ist, dass alles Wasser, das in den Napf kommt, vorher abgemessen wurde.

Zwei Dinge machen die Zahl belastbarer: Notier das Gewicht deines Hundes dazu, denn ohne Gewicht lässt sich die Menge nicht in Milliliter pro Kilogramm umrechnen. Und notier, was er frisst. Dieselben 1,5 Liter bedeuten bei Trockenfutter etwas anderes als bei Nassfutter. Wenn du bei einem Mehrhundehaushalt einzeln messen willst, hilft es, die Hunde für die Messtage getrennt trinken zu lassen, auch wenn das ein paar Tage Aufwand ist.

Was hinter vermehrtem Trinken stecken kann

Vorweg, damit die Liste nicht schlimmer wirkt, als sie ist: Die häufigsten Gründe für einen leeren Napf sind harmlos. Hitze, mehr Bewegung, ein Futterwechsel, salzige Snacks. Erst wenn sich das ausschließen lässt und der Wert über Tage hoch bleibt, wird es medizinisch interessant.

Wenn dein Tierarzt dann sucht, gehören diese Ursachen zu den häufigeren. Das ist keine Diagnose und keine Rangliste für deinen Hund, sondern nur, warum die Blutuntersuchung kommt:

Welche davon es ist, entscheidet sich nicht am Napf, sondern über Blut- und Urinuntersuchung. Deshalb ist deine Messreihe so nützlich: Sie beantwortet die erste Frage, die dein Tierarzt stellt, bevor er überhaupt anfängt zu suchen.

Und bei Katzen?

Die Messmethode ist dieselbe, die Zahlen und die Stolperfallen sind es nicht. Viele Katzen mit Nassfutter trinken aus dem Napf fast gar nichts, deshalb fällt bei ihnen die Veränderung lange vor jeder Grenze auf, und die Mengen sind so klein, dass die Verdunstung das Ergebnis verfälscht. Eine Katze, die plötzlich am Wasserhahn steht, aus Blumenvasen trinkt oder deren Napf zum ersten Mal seit Jahren leer wird, ist ein Grund für einen Termin. Alles dazu steht im Ratgeber Katze trinkt viel: wie viel ist normal?

Was dein Tierarzt von dir wissen will

Ein Termin wegen vermehrtem Trinken läuft besser, wenn du vier Dinge mitbringst. Nichts davon musst du auswendig können, es steht auf deinem Zettel:

Der Unterschied zwischen „er trinkt in letzter Zeit irgendwie mehr“ und „er liegt seit sechs Tagen bei 2,1 Litern, bei 19 Kilo, mit Trockenfutter“ ist groß. Der zweite Satz ist der Ausgangspunkt für eine Untersuchung. Der erste ist eine Vermutung, die dein Tierarzt erst mal selbst überprüfen muss. Halte die Werte danach weiter fest, denn wenn eine Behandlung anfängt, ist die Trinkmenge oft eines der ersten Dinge, an denen sich zeigt, ob sie wirkt.

Papier, Tabelle oder App?

Die ehrliche Antwort: Die beste Methode ist die, bei der du wirklich dranbleibst. Für eine Messwoche reicht das Einfachste völlig.

Genau dafür ist Felova da, eine App, die dich an Messungen und Medikamente erinnert und die Werte für den Tierarzt an einem Ort sammelt. Es gibt sie jetzt für Android. Wenn du lieber auf Papier bleibst, leistet ein Zettel am Kühlschrank dieselbe ehrliche Arbeit. Wichtig ist nur, dass am Ende der Woche Zahlen dastehen und keine Erinnerung.

Häufige Fragen

Mein Hund trinkt viel, aber sonst geht es ihm gut. Muss ich trotzdem zum Tierarzt?

Miss es erst. Wenn dein Hund über mehrere Tage deutlich über der Faustregel liegt oder sich die Menge gegenüber früher klar verändert hat, ja, dann ist das einen Termin wert, auch wenn er munter wirkt. Nieren- und Hormonerkrankungen fangen genau so an: Der Napf ist das erste, was auffällt, und dem Hund geht es dabei noch prima.

Zählt Wasser aus dem Futter mit?

Für den Gesamtbedarf ja, für deine Messung nein. Du misst nur, was aus dem Napf verschwindet. Deshalb notierst du dazu, ob dein Hund Trocken- oder Nassfutter bekommt. Dein Tierarzt rechnet das ein, wenn er die Zahl beurteilt.

Kann Hitze allein einen so hohen Wert erklären?

An heißen Tagen und nach viel Bewegung trinken Hunde deutlich mehr, und das ist normal. Der Unterschied liegt in der Dauer: Hitzebedingtes Trinken geht mit der Hitze wieder zurück. Wenn der Wert auch an kühlen, ruhigen Tagen oben bleibt, erklärt die Hitze ihn nicht.

Soll ich meinem Hund weniger Wasser hinstellen, wenn er zu viel trinkt?

Nein. Wasser wegzunehmen behandelt nicht die Ursache, sondern nimmt dem Hund den Ausgleich für einen Verlust, den er gerade nicht steuern kann, und kann ihn ernsthaft austrocknen. Wasser bleibt immer frei verfügbar. Was du änderst, ist nicht der Napf, sondern dass du die Menge misst und damit zum Tierarzt gehst.

Woher diese Informationen stammen

Dieser Ratgeber ist aus dem Alltag mit einem chronisch kranken Tier entstanden und an veröffentlichten tiermedizinischen Quellen geprüft. Er ist allgemeine Information und keine Beratung für deinen einzelnen Hund. Wenn du weiterlesen möchtest:

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